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Gesundheit

Infos für Eltern

Kopfläuse

Seit den 70er Jahren sind Kopfläuse in den Industrie- als auch in den Entwicklungsländern wieder weit verbreitet. In Deutschland sind mindestens 1 Million Menschen pro Jahr von Läusebefall betroffen. Es lässt sich ein Erkrankungsgipfel von September bis Dezember feststellen.

Die Übertragung erfolgt meistens von Mensch zu Mensch durch engen Kontakt, aber auch durch Haarkämme, Betten, Kleidungsstücke.

Die erwachsene weibliche Laus ist ca 4 mm lang. Sie lebt 20 - 25 Tage und legt in dieser Zeit ca. 80 - 150 Eier (Nissen), die fest am Haarschaft angekittet werden, besonders hinter den Ohren und im Nacken. Nach etwa 9 Tagen schlüpfen neue Läuse.

Die Läuse ernähren sich vom Blut ihres Wirtes. Ohne Wirt kann die Laus ca. 1 Woche ohne Nahrung auskommen.

Die Stiche der Kopflaus können Juckreiz auslösen. Es kann zu Lymphknotenschwellungen und Ekzemen im Nacken kommen. Viele Patienten haben aber keine Symptome.

Die Läuse selbst sind nur schwer im Haar zu entdecken. Nachgewiesen werden können aber die weißen Eier (Nissen), die länglich oval am Haarschaft kleben.

Die Behandlung erfolgt mit zugelassenen Läusevernichtungsmitteln, wie Lindan (Jacutin), Pyrethrumextrakten (Goldgeist) oder Crotamin. Bei vorschriftsmäßiger Anwendung besteht nach der Erstbehandlung keine Infektionsgefahr. Kindergärten und Schulen können besucht werden. Um überlebende Nissen sicher zu vernichten, wird nach 8 - 9 Tagen eine zweite Behandlung empfohlen. Die Nissen können mit einem feinen Kamm (Nissenkamm) ausgekämmt werden. Sie lösen sich leichter nach Spülung mit Essigwasser.

Komplikationen können durch bakterielle Infektionen auftreten.
Bei Läusebefall in Gemeinschaftseinrichtungen kann man vorbeugen durch regelmäßiges tägliches Durchkämmen der Haare mit einem Nissenkamm.

Verfasser:
Dr. med. Roland Kamphausen
eMail: kamphausen@kinderaerzte-solingen.de

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