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Zur Bekämpfung von Kindesmissbrauch und Vernachlässigung sollte gefährdeten Eltern ein engmaschiges Netz von Experten und Vorsorgeuntersuchungen angeboten werden. Nur die lückenlose Zusammenarbeit von Spezialisten von der Geburtsklinik bis zum Kindergarten gewährleiste eine gute Gesundheitsversorgung von Kindern aller Sozialschichten, sagte der Präventionsbeauftragte des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Dr. Josef Kahl in Düsseldorf.
Eine aktuelle Untersuchung in einer Düsseldorfer Geburtsklinik habe ergeben, dass jedes 14. Kind in ein Risiko-Umfeld hineingeboren werde. „Ein 30-minütiges Gespräch mit der Mutter reicht meist aus, um Anzeichen von Drogenabhängigkeit oder Überforderung festzustellen und entsprechende Hilfen anzubieten“, so Dr. Wilfried Kratzsch vom Kinderneurologischen Zentrum in Düsseldorf.
Zudem wies der Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte auf Schwächen bei den derzeitig freiwilligen Vorsorgeuntersuchungen (U 1 bis U 8) hin. Zum einen fehlten zwischen dem 6. und 48. Lebensmonat weitere Untersuchungen und zum anderen sollten diese zu Pflichtuntersuchungen werden. „Möglich wäre eine Kopplung an das Kindergeld, um alle Kinder lückenlos untersuchen zu können“, erklärte Dr. Thomas Fischbach vom Berufsverband der Kinder- und Jugendärzte.
Neben dem Zwang setzten die Experten aber vor allem auf Prävention, Beratung und Lebenshilfe, weil das Wissen von Hauswirtschaft, Kochen, Pflege und Erziehung immer mehr verloren gehe. Zusätzlich fehle einigen Eltern die Fähigkeit, Verantwortung für ihre Kinder zu übernehmen, da sie selbst mit geringem Selbstwertgefühl aufgewachsen sind. „Diese Eltern glauben, es taugt nicht viel, was sie tun und daher darf niemand etwas merken“, erläuterte der Leiter der Kinderschutzambulanz in Düsseldorf, Dr. Eberhard Motzkau.
Erst-Veröffentlichung auf http://www.kinderaerzteimnetz.de, [13.12.2005]
Berufsverband der
Kinder- u. Jugendärzte

Stä;dt. Klinikum Solingen
Zentrum für Klinder- und Jugendmedizin