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Eine nationale und nordrhein-westfälische Bildungsoffensive fordert das Aktionsbündnis. Jetzt müssen die Bildungs-Bedingungen für Kinder verbessert werden. Diese Forderung wird von 23 überregionalen Verbänden der Kinder-, Jugend- und Familienhilfe, aber auch Gewerkschaften und Berufsverbänden gemeinsam getragen. Sie haben sich mit einem Aktionsschreiben an die politisch Verantwortlichen in den Kommunen und im Land NRW gewandt.
„Es reicht nicht aus, immer wieder nur zu erklären, wie wichtig Investition in Bildung sind. Die Städte, Gemeinden und das Land müssen ihre Investitionen in die frühkindliche Bildung verdoppeln“, erklärt Klaus Amoneit, einer der Initiatoren der Initiative. Unterstützung sieht die Aktion in dem OECD-Länderbericht zur Frühkindlichen Bildung. Die OECD stellte am 26.11.2004 fest, dass nur 0,42 % des Brutto-Inlandsproduktes für den Elementarbereich des Bildungswesens ausgegeben werden. In der EU wird jedoch der Einsatz von 1 % gefordert.
Die Aktion fordert im Vorfeld der Landtagswahl, dass bessere Bildung nicht nur mit Appellen und halbherzigen Progrämmchen zu erreichen ist, sondern ein grundlegendes Umsteuern erforderlich ist. Chancengerechtigkeit bedeutet, dass für alle Kinder auch bessere Bedingungen in der Bildungs- und Entwicklungsförderung geschaffen werden müssen.
Die Aktion erwartet schlüssige und abgestimmte Konzepte zwischen Bund, Land und Kommunen. Für das „Schwarze-Peter-Spiel“ über Zuständigkeiten und Finanzierung von Bildung haben Eltern kein Verständnis mehr.
Dringlich notwendig sind Ausbauprogramme des Landes und der Kommunen, vor
allem für Kinder unter 3 Jahren. Da aber auch das Angebot für Kindergartenkinder
nicht ausreichend ist, wird dem Land und den Kommunen ein Platzbedarf bis
zum Jahr 2010 von zusätzlich 120.000 Plätzen vorgerechnet. Mit
dem Ausbau muss jetzt begonnen werden. Das Land muss sich im Rahmen er geltenden
Regelungen des GTK (Gesetz über Tageseinrichtungen für Kinder)
weiterhin daran beteiligen. Aus dem Rückgang der Kinderzahlen im Kindergartenalter
sollten keine Einsparungen erwartet werden. Aber auch für Schulkinder
gibt es einen Bedarf nach verlässlichen Angeboten, der mit der Offenen
Ganztagsgrundschule nicht erfüllt werden kann.
Damit ein Ausbau auch erfolgt, wird die Einräumung eines Landesrechtsanspruchs
für alle Kinder gefordert, so wie er auch in Hamburg ab 2005 für
Kinder unter 3 Jahren eingeräumt wird.
Um den Zugang in Tageseinrichtungen zu erleichtern, soll auf die Erhebung von Elternbeiträgen verzichtet werden, so wie dies der Landtag nach ausführlichen Modellmaßnahmen bereits ab 1982 beschlossen hatte.
Familien muss zudem ein besserer finanzieller Ausgleich, z.B. durch ein umfassendes Familiengeld zur Verfügung gestellt werden.
„Es muss jetzt ein Ausbauprogramm her. Es darf nicht auf die sogenannten „Demographiegewinne“ gewartet werden“, fordert Gisela Kierdorf. Diese werden hoffentlich zur Verbesserung der Qualität in Tageseinrichtungen genutzt und verschwinden nicht im allgemeinen Haushalt. Im übrigen kennzeichnet der Begriff des Finanzministers eine menschenverachtende Einstellung, als sei der Rückgang der Kinderzahl ein „Gewinn“. „Dieser Begriff ist genau so unpassend wie das Unwort des Jahres „Humankapital“, erklärt sie.
Mit dem zahlenmäßigen Ausbau ist es aber nicht getan. „Die Verbesserung der Rahmenbedingungen in den Einrichtungen ist überfällig. Es ist nicht nur notwendig, die ab 1999 vorgenommenen Verschlechterungen rückgängig zu machen, nämlich den Abbau von 13.000 Vollzeitstellen.“ Damit macht Gerhard Stranz auch darauf aufmerksam, dass die Gruppenstärke in Kindergartengruppen mit 25 Kindern aus den 60er Jahren stammt, als nur 40 % der Kindern eine Einrichtung höchstens für 4 Stunden am Tag besucht haben. Das Verhältnis von Kindern zu Mitarbeiterinnen (in der Realität von 25 : 1,5) entspricht längst nicht mehr den Zielvorgaben des Europäischen Netzwerkes Kinderbetreuung.
Das Aktionsbündnis hat in einer beispiellosen Aktion allen Ratsmitgliedern, Kreistagsmitgliedern, Landtagsabgeordneten und alle politische Verantwortlichen in NRW angeschrieben und bittet um Erklärungen, wie sie die Bildungsoffensive unterstützen wollen. Die Aktion wird nach den eingegangen Rückmeldungen prüfen, ob Sie mit einer breiten Unterstützung für ein Volksbegehren zur Einführung eines Landes-Rechtsanspruchs rechnen kann.
Ansprechpartner: Gerhard Stranz
Kontaktanschrift:
Internationale Vereinigung der Waldorfkindergärten e.V. Region NRW
Mergelteichstr. 59 - 44225 Dortmund
Telefon: 0231/9761570
Telefax: 0231/9761580
Email: inter.waldorf.nrw@t-online.de
Hinweis: Der Bundesverband der Kinder- und Jugendärzte Deutschland BVKJ ist Mitinitiator der Bildungsoffensive NRW.
Berufsverband der
Kinder- u. Jugendärzte

Städt. Klinikum Solingen
Zentrum für Klinder- und Jugendmedizin