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Startseite > Aktuelles 2004 > Sicherer Babyschlaf

Aktuelles aus Medizin und Gesundheitspolitik

Schlafsäcke als Geburtspräsent

Aktion "Sicherer Babyschlaf" des Klinikums Solingen

In einer wohl bundesweit einmaligen Aktion werden im Kinderzimmer des Klinikums Schlafsäcke als Präsente für die Neugeborenen ausgegeben, die im Klinikum geboren wurden.

Schlafsäcke sind im Vergleich zu Decken eine Möglichkeit, die Schlafumgebung des Neugeborenen und Säuglings sicherer zu machen. Mit dem Verschenken der Schlafsäcke erhoffen sich die Initiatoren, vermehrt Aufmerksamkeit auf die Sicherung dieser Schlafumgebung zu lenken.

Der Begriff „Sicherer Babyschlaf“ umschreibt ein ganzes Bündel von Maßnahmen, die das Risiko für den Plötzlichen Kindstod senken. Dieser stellt - nach erfolgreicher Bekämpfung infektiöser Erkrankungen und Besserung der hygienischen Bedingungen - die häufigste einzelne Todesursache im Säuglingsalter dar.

Eine Identifizierung gefährdeter Kinder ist nicht einwandfrei möglich, so dass eine gezielte Verhütung bisher erfolglos geblieben ist. Die Vermeidung bekannter Risikofaktoren stellt den derzeit einzig Erfolg versprechenden Ansatz zur Bekämpfung dieser Gefahr dar. So haben Studien aus den 90-er Jahren gezeigt, dass die Vermeidung der Bauchlage als Schlafposition zu einem deutlichen Rückgang der Kindstodhäufigkeit geführt hat. Von der Vermeidung weiterer Risikofaktoren wird eine Reduktion auf 50-90% der heutigen Sterbeziffer erwartet.

Die zur Rede stehenden Gefahrenfaktoren sind.

Diese lässt sich am besten durch einen Schlafsack vermeiden. Auch sorgt ein Schlafsack für adäquate Wärme. Wichtig ist jedoch die richtige Größe. Ist der Schlafsack viel zu groß, sind auch Hals- und Armauschnitt zu groß und das Kind kann in den Schlafsack rutschen.

Obwohl diese Empfehlungen seit mehreren Jahren veröffentlicht sind, ist deren Umsetzung nur unbefriedigend gelungen. Bis auf die Vermeidung der Bauchlage hat sich das Verhalten junger Eltern kaum geändert. Das Klinikum versucht mit gutem Beispiel voran zu gehen. Bei der Neugeborenenuntersuchung U2 findet eine ausführliche Beratung statt. Hier wird auch die von der Solinger Aktion „Sicherer Babyschlaf“ entwickelte Broschüre besprochen und ausgehändigt. Besser noch als jedes Gespräch ist nach Ansicht des Oberarztes der Klinik für Kinder und Jugendliche Dr. Volker Soditt das vorgelebte Beispiel. So liegen die Neugeborenen im Kinderzimmer in Schlafsäcken und natürlich in Rückenlage, also so wie es den Empfehlungen entspricht. Diesen optischen Eindruck nehmen die Eltern mit und erinnern sich eher daran, als an ein 10 minütiges Gespräch.

Und jetzt nehmen die Eltern auch einen Schlafsack mit. Der gibt vielleicht den Anstoß, auch andere Empfehlungen umzusetzen. Irgendwann einmal werden Schlafsäcke so etabliert sein, dass es selbstverständlich sein wird, die Kinder darin zu betten. Dann wird man sich anderen Risikofaktoren zuwenden müssen.

Die gemeinsame Geschenkaktion der Klinik für Geburtshilfe und des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin ist dank der Unterstützung durch die Stadtsparkasse Solingen und des Fördervereins des Klinikums zustande gekommen. Die Aktion soll bis Ende 2004 dauern.

Dr. med. Volker Soditt
Leitender Oberarzt
Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
Städtisches Klinikum Solingen
eMail:soditt@klinikumsolingen.de

Broschüre zum Thema sicherer Babyschlaf (Format PDF)

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