Navigation überspringen

Liebe Besuchern, lieber Besucher, falls Ihr Browser diese Website mit dem vollen Inhalt, aber einem reduzierten oder gar keinem Layoutdesign anzeigt, besuchen Sie uns vermutlich mit einem älteren Browsermodell. Diese unterstützen hier verwendete moderne Web-Standards nur unzureichend. Lesen Sie dazu die Hinweise unter warum Sie die Seiten so sehen. Erläuterungen zur Technik und den Standards für diese Seiten finden Sie unter dem Punkt Über diese Seiten.


Startseite > Aktuelles 2004 > Behandlung beim "Erwachsenenmediziner"

Aktuelles aus Medizin und Gesundheitspolitik

Pressemitteilung des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ)

Kinder- und Jugendärzte schlagen Alarm:
Behandlung beim "Erwachsenenmediziner" oft falsch und teuer

Falsche Diagnosen, falsche, überflüssige und teure Therapien: alles keine Seltenheit, wenn "Erwachsenen-Fachärzte" Kinder und Jugendliche behandeln. "Uns liegen zahlreiche Fälle vor, in denen Fachärzte ohne entsprechende Weiterbildung in Kinder- und Jugendmedizin die Leiden von Kindern und Jugendlichen falsch beurteilt und falsch therapiert haben" so der Präsident des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzte, Dr. med. Wolfram Hartmann. "Da gibt es zum Beispiel den 13jährigen, der beim Gastroenterologen einen ganzen Untersuchungsmarathon erleiden musste, bis er endlich an die Spezialambulanz der Kinderklinik überwiesen wurde. Oder den Fall des Kleinkindes mit angeborenem Herzfehler. Der Kardiologe, den die Eltern aufsuchten, konnte nicht helfen, da er sich nur mit altersbedingten Herzkrankheiten auskannte. Vielfach auch werden Jungen mit einer Vergrößerung der Brustdrüse (Pubertätsgynäkomastie) von Ärzten, die sich in der normalen Entwicklung von Jugendlichen nicht auskennen, mit Tumorverdacht zum Chirurgen überwiesen, teilweise sogar operiert. Zudem liegen uns gesicherte Zahlen darüber vor, dass "Erwachsenenmediziner" weitaus häufiger kleine Patienten ins Krankenhaus einweisen als Kinder- und Jugendärzte."

Dr. med. Wolfram Hartmann weiter: "Dies alles ist nicht verwunderlich. Denn ob Anfallsleiden, Herzfehler oder Krebs - die meisten Krankheiten bei Kindern und Jugendlichen verlaufen völlig anders als bei Erwachsenen und müssen auch anders behandelt werden. Kinder- und Jugendärzte lernen dies während ihrer fünfjährigen Facharztausbildung und danach in entsprechenden Schwerpunkt-Weiterbildungen, "Erwachsenen- Fachärzte" sehen dagegen während ihrer Ausbildung häufig nicht ein einziges Kind."

Das System einer qualifizierten und kompetenten Kinder- und Jugendmedizin droht aber nun durch die Selbstverwaltung blockiert zu werden. Im Entwurf einer neuen Gebührenordnung (EBM) gestehen Krankenkassen und Kassenärztliche Bundesvereinigung Kinder- und Jugendärzten im Gegensatz zu allen anderen Arztgruppen keine für diese Altersgruppe mit ihren Besonderheiten spezifischen Leistungen zu.

Dr. med. Wolfram Hartmann: "Wir brauchen jedoch gerade für unsere Schwerpunkte eigene Leistungsbeschreibungen. Nur so kann die Qualität der Kinder- und Jugendmedizin mit ihren Schwerpunkten gesichert werden. Krankenkassen und Kassenärztliche Vereinigung handeln im höchsten Maße unverantwortlich, wenn sie Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit nehmen, kompetent behandelt zu werden. Die Beispiele, die unserem Berufsverband bereits heute vorliegen, zeigen, dass "Erwachsenenmediziner" nicht die richtigen Ansprechpartner für Kinder und Jugendliche sind. Und dass die Behandlung durch "Erwachsenen-Fachärzte nicht nur die Leiden, sondern auch die Kosten dramatisch in die Höhe treibt."

Weitere Informationen zum Thema Kindergesundheit finden Sie im Internet unter http://www.kinderaerzteimnetz.de

 zurück zur Themen-Übersicht

 zum Seitenanfang

Die Praxen

Kinderzeichnung Imagination

Berufsrechtliche Angaben

Städt. Klinikum Solingen
Zentrum für Klinder- und Jugendmedizin

klinikumsolingen.de